Der deutsche Wald und seine Bäume

Wieder größere Waldflächen in Deutschland

Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas. Der Wald steht bei vielen Bewohnern direkt vor der eigenen Haustür. Nach sehr viel früheren Jahren als der Wald aus Angst gemieden wurde, nimmt er heute eine herausgehobene Rolle für die Erholung ein. Wer in den Wald geht sucht Stille, die Natur und die frische Luft. Der Wald dient vielen Menschen als Ausgleich zu Beruf oder dem hektischem Stadtleben. Eine besondere Bedeutung in Deutschland haben die Erholungswälder. Diese liegen in der Nähe zu Wohngebieten und haben ein gutes Wegenetz. Sie sind vor allem für Freizeit, Entspannung und Sport gedacht.  

Deutschland ist das waldreichste Land Mitteleuropas

Die Waldfläche in Deutschland liegt ca. bei  11,5 Millionen Hektar und ein Drittel der Gesamtfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Die großen Waldflächen wie die des Thüringer Wald,  Bayerische Wald, der Schwarzwald haben in Deutschland seit jeher einen hohen Stellenwert und viele nutzen Ihnen für ausgiebige Spaziergang und Wanderungen.

Die einzigartige Waldluft und sein Innenklima ist ganz anders als das Klima der freien Landschaft. Es ist im Kühler, sein Dach aus Baumkronen schützt vor Sonneneinstrahlung. Die Verdunstung der Bäume kühlt und sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Blätter großer Bäume verdunsten pro Sommertag etwa 200 Liter Wasser.  So bremsen die Bäume den Wind und klären Staub und Schadstoffe aus der Luft. Wälder sind die wichtigsten Sauerstoffproduzenten der Erde, neben Sauerstoff geben die Bäume auch ätherische Öle und Duftstoffe ab. Pflanzenwirkstoffe wirken bei Menschen ausgleichend und gesundheitsfördernd. In Deutschlands Wäldern finden wir 76 verschiedene Baumarten. Die Fichte ist der am häufigsten vorkommende Baum gefolgt von Kiefer und Buche. Der Wald ist ein komplexer und vielfältiges Ökosystem, in denen Bodenwasser, Gelände, Klima, Vegetation und Tierwelt in enger Relation stehen. Die Wälder haben eine Mischung von Baum und anderen Pflanzenarten und beherbergen eine Vielzahl von Tieren und Mikroorganismen. Neben den verschiedenen Baumarten gibt es über 1200 Arten von Farn und Blütenpflanzen. 1000 krautige Pflanzen Arten, 116 Straucharten, 676 Arten von Moosen und 1024 Flechten. Mose gehören zu den ältesten Landpflanzen und einige Arten gibt es schon seit 400 Millionen Jahren. Sie bestehen aus vielen einzelnen kleinen Pflänzchen die dicht beieinander und ineinander wachsen. Dadurch können Moose Wasser besonders gut speichern und getrocknetes Moos wiederum kann viel Wasser aufnehmen.

Wirbeltierarten

Es leben insgesamt 140 Wirbeltierarten wie Reh, Rotwild, Schwarzwild, Fuchs und Dachs sind die bekanntesten Bewohner. Andere Tiere wie Feuersalamander, Luchs und Wildkatze sind ebenfalls anzutreffen, aber nur schwer zu beobachten. Wen man schlecht sehen aber gut hören kann, sind die Waldvögel. Unter den vielen im Wald lebenden Vogelarten sind die typischen Geräuschen von Specht und Kuckuck

Tiere im Wald

Es sind aber auch seltene und gefährdete Arten wie zum Beispiel Schwarzstorch und Uhu zu hören. Ungezählt ist die Zahl der klein und kleinste Lebewesen, die den Wald beleben und auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen. Gerade diese erfüllen im Waldökosystem unverzichtbare Aufgaben. Ob Würmer, Schnecken, Spinnen oder Insekten, sie alle sind unverzichtbarer Teil unserer Wälder und machen ihn so lebendig.

Waldökosysteme

Totholz ist wichtig für die Waldökosysteme und für die biologische Vielfalt. Je nach Holzart und Stand des Verfallsprozesses, sind etwa 600 Pilzarten und rund 1000 Käferarten an der vollständigen Mineralisierung eines Holz-Körpers beteiligt. Im Totholz befinden sich zahlreiche seltene und gefährdete Tier und Pflanzenarten wie zum Beispiel Höhlenbrüter aber auch forstliche Schaderreger wie der Borkenkäfer.

Totholz im Wald

 

Tot heißt LEBEN

Bis ein abgestorbener großer Baum vollständig zerfallen ist, können mehrere Jahrzehnte vergehen. In dieser Zeit gibt das Holz zahlreichen Arten Lebensraum und Nahrung. Der Wald liefert somit nicht nur den nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz, sondern trägt auch maßgeblich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei.

Der Wald wird heute fast vollständig intensiv genutzt und bewirtschaftet. Es werden über 95% der Waldfläche zur Erzeugung des nachwachsenden umweltfreundlichen Rohstoffes Holz genutzt. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unter Berücksichtigung der Natur- und Umweltschutzbelange, nutzt und fördert die natürlichen Prozesse im Wald. Unter anderem wird dabei auf den Anbau von Nadelbaum Reinbeständen verzichtet und die vorhandenen Reinbestände werden in standortgerechte Laubbaum und Laubmischwälder umgewandelt.  Die Fichte ist eine der wichtigsten Baumarten und für Forstwirtschaft  der bedeutendste Holzlieferant. Mit der Fläche von 3,5 Millionen Hektar ist die Fichte neben der Kiefer die häufigste Baumart in Deutschland.

Bundesweit beträgt der Flächenanteil der Fichte 32%. In Zentraleuropa sind nur zwei Arten heimisch die gemeine Fichte und die serbische Fichte.  Eine Ficht kann bis zu 600 Jahre alt werden und in einem Wirtschaftswald überwiegend im Alter von 100 bis 120 Jahren genutzt. Ohne die Fichte wäre der deutsche Wald in seiner Gestalt nicht vorzustellen.

Nichts geht ohne die Kleinsten

Nicht nur wir Menschen brauchen und schätzen den Wald als Erholungsraum, Rohstofflieferant und Klimaanlage. Für zahlreiche Tier, Pflanzen und Pilzarten ist der Wald der Lebensraum der ihnen Nahrung Wohnung und Schutz bietet. Wer an Schmetterlinge denkt stellt sich meist eine bunte Sommerwiese vor. Nicht jeder weiß hingegen das auch lichte Wälder zu den artenreichen Schmetterlings-Lebensräumen gehören. Die verschiedensten Insektenarten bilden den größten Teil der heimischen Tierarten. Viele nützliche Insekten die als Nahrung für andere Tierarten dienen aber auch viele Schädlinge die an Baumbeständen große Schäden hinterlassen, leben in unseren Wäldern.

Der tüchtigste Bewohner unserer Wälder ist die Ameise. Typischerweise sind die großen Nestbauten an sonnenbeschienenen Waldrändern zu finden. In einem Ameisenhügel leben zwischen 200.000  und 2 Millionen Ameisen.

Wie die gesamte Natur so ist auch der deutsche Wald von Klimawandel betroffen. Mit dem Klima ändern sich die Wachstumsbedingungen für die Wälder. Dies kann für die Wälder in Deutschland Chancen und Risiken bedeuten. Höhere Temperaturen und erhöhter CO2 Gehalt der Luft, lassen die Bäume besser wachsen. Die Riesigen infolge der Klimaänderungen sind Wasserknappheit, Schädlingsbefall oder Waldbrand. Mit der Gefahr das ganze Waldbestände ausfallen können. Die verschiedenen Baumarten und Regionen sind davon unterschiedlich betroffen. Die Reaktion der Bäume hängt von Ihren spezifischen Standort Bedürfnissen ab.  So sind zum Beispiel tiefwurzelnde Baumarten wie die Eiche unempfindlicher gegen Trockenheit und Stürme als flachwurzelnde Baumarten wie die Fichte. Regional sind vor allem Gebiete betroffen die schon heute mit geringer Wasserverfügbarkeit zu kämpfen haben. Insbesondere weite Teile Nordostdeutschland oder solche in denen es deutlich wärmer werden könnte wie in Südwestdeutschland.

Waldökosysteme

Die Funktionsfähigkeit der Waldökosysteme hängt vor allem davon ab, wie es um die Wasserversorgung bestellt ist und wie tolerant die Bäume gegenüber Klimaänderungen und Witterungsextremen reagieren. Bei der Fichte der häufigsten Baumart in Deutschland, werden die riesigen besonders deutlich. Weil die Fichte schnell wächst wird sie heute vielerorts außerhalb ihrer natürlichen Vorkommensgebietes angebaut. Fichten sind jedoch anfällig gegenüber direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels wie z.b. Trockenheit, Stürmen und Massenvermehrung von Borkenkäfern. Mischwälder sind daher insgesamt weniger empfindlich als reine Nadelwälder. Die Mischung verschiedener Baumarten und seinen verschiedenen Eigenschaften, erhöhen die Anpassungsfähigkeit der Wälder.

Zusammen mit landwirtschaftlich genutzten Flächen bilden die Wälder ein strukturiertes und mit anderen Ökosystemen eng vernetztes, vielfältiges und dynamisches Mosaik verschiedener Lebensräume. Die Wald- und Naturschutzgesetze schützen dieses Mosaik auf ganzer Fläche. In bestimmten Situationen werden zur Sicherung bestimmter Waldfunktionen, sowie zur Erhaltung gefährdeter Arten und Lebensräume, zusätzliche Schutzgebiete ausgewiesen. In Deutschland stehen rund 120 000 Hektar Wald unter Schutz. Das sind Naturwaldreservate, Kernzonen von Nationalparks und Biosphärenreservate. Mit den derzeit größten nutzungsfreien Waldflächen sind die Nationalpark Bayerischer Wald, der Harz und der Kellerwald-Edersee.

Während die Waldfläche in Deutschland wächst, verschwinden jedes Jahr weltweit rund 13 Mio. Hektar Wald. Das ist mehr als unsere gesamt Waldfläche in Deutschland. An einem Tag verschwinden somit rund 36.000 Hektar Wald. Dabei gibt es nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO, große Unterschiede zwischen den Kontinenten. Während in Südamerika und Afrika die Waldfläche durch die Zerstörung der tropischen Wälder stark abnimmt, nahmen sie zwischen 2000 und 2010 in Teilen Asiens und Europa durch Neuanpflanzungen sogar um 2,7 Millionen Hektar zu. Es gibt somit auch positive Entwicklungen und der Verlust an Bäumen wird ständig durch Aufforstungen entgegen gewirkt.

Die Buche

Die Buche (Fagus) macht heute einen Anteil von rund 30% der Deutschen gesamt Waldfläche aus. Der erste Austrieb zwischen April bis Mai wird bis zu einer Länge von 40 cm sehr schnell geschoben und hängt zunächst leicht herab. Dann erst wird wie bei allen verholzenden Gewächsen zunehmend Lignine (lat. lignum „Holz“) gebildet und die Zweige richten sich auf. Das Längenwachstum ist nach 3 bis 5 Wochen abgeschlossen.

Die Eiche

Die Eiche (Quercus) ist eine der bekanntesten deutschen Baumarten. Bei den einheimischen Eiche mit der Stil-Eiche und der Traum-Eiche, zwei verschiedene botanischer Arten zu unterscheiden. Da ihr Holz weitgehend gleiche Eigenschaften aufweist, wird allgemein von Eichen beziehungsweise Eichenholz gesprochen. Der Anteil der Eichen Teil von 9,6% an der gesamt Waldfläche Deutschland und einem derzeitigen jährlichen Einschlag in circa 2,2 Mio. Kubikmeter ist die Eiche nach der Buche die zweitwichtigste einheimische Laubholzart.  Die Eiche ist Symbol für Kraft und Macht. Sie ist in vielen Wappen zu finden. Sie ist aber auch ein Zeichen des Friedens des ruhigen stätigen Aufbaus und Wachstums.

Die Kiefer

Die Kiefer (Pinus) wächst sehr schnell. Sie erreicht bereits nach 25 bis 50 Jahren ihren größten Zuwachs.  Die Kiefer ist ein Baum mit wenig  Anspruch und Toleranz gegenüber vielen Böden. Mit ihrem Wurzelsystem kann sie auch zu tieferliegenden Wasserschichten vordringen. Kiefernwald wächst ursprünglich auf armen, trocknen Böden, auf sandigen und moorigen Standorten, so wie auf trocknen Kalkböden.

Müll im Wald

Zurück gelassener Müll im Wald führt nicht nur dazu dass der Boden und das Grundwasser verunreinigt werden sondern bedroht auch die Tiere die sich an Glasscheiben, Blechteilen und Kronkorken verletzen können. Plastiktüten werden oft als Nahrung aufgenommen und führen dann zu schweren Gesundheitsstörungen.[/box]

Wenn unsere Laubbaum dann im Herbst ihre Blätter abwerfen entziehen Sie den Blättern so viele Nährstoffe wie möglich. Sie werden im Stamm und der Wurzel eingelagert. Der Farbstoff der für das Grün der Blätter verantwortlich ist, ist das sogenannte Chlorophyll. Es enthält sehr viel Stickstoff das zu den wichtigsten Nährelementen der Pflanze gehört. Im Herbst beginnt der Baum das Chlorophyll abzubauen und andere Farben kommen zum Vorschein. Die gelblichen und rötlichen Karotine. Unsere Bäume sind nicht in der Lage ihre Blätter über den Winter weiter zu nutzen. Sie haben keine Mechanismen entwickelt um der Kälte etwas entgegen zu setzen, außer dem Laubabwurf. Ein sommergrüner Baum erfriert oder vertrocknet wenn seine Blätter nicht abfallen. Denn über die Blätter verdunstet der Baum Wasser. Wenn aber der Boden gefroren ist und der Baum kein Wasser nach schießen kann vertrocknet bzw. verdurstet er.  Die Blätter fallen also ab und es folgt der Winter. Ab dem Frühling beginnt das Jahr des Waldes aufs Neue, genauso wie schon seit vielen tausenden Jahren zuvor auf dieser Welt.

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